Tatsachenentscheidung oder Regelverstoß?

28.02.2018 - Tatsachenentscheidungen sind unanfechtbar! Dieser Grundsatz ist allgemein bekannt.

 

Doch was ist eigentlich eine Tatsachenentscheidung und wann liegt ein Regelverstoß vor, der handballgerichtlich überprüft werden kann?

 

Zu dieser Frage finden sich im Netz mehr oder weniger ausführliche Antworten. Viele gehen im Kern fehl, manche beziehen sich nur auf den Fußball (wo es unterschiedliche Auslegungen zwischen DFB und FIFA gibt), einige sind wissenschaftliche Abhandlungen, bei denen der Spaß am Lesen vergeht.

 

Daher versuche ich es mal kurz und anschaulich. Damit sollten die meisten Fälle abgedeckt sein:

 

Schiedsrichter nimmt (objektiven) Sachverhalt (subjektiv) falsch wahr, trifft dann aber darauf besierend gemäß Regelwerk die richtige Entscheidung

--> Tatsachenentscheidung -->  Videobeweis unzulässig

 

Beispiel: Spieler A macht regelkonform drei Schritte, Schiedsrichter nimmt einen vierten Schritt wahr und pfeift Freiwurf gegen A.

 

Schiedsrichter nimmt (objektiven) Sachverhalt (subjektiv) richtig wahr, trifft dann aber darauf besierend gemäß Regelwerk die falsche Entscheidung

-->  Regelverstoß --> Videobeweis m.M.n. zulässig.

 

Beispiel: Siebenmeter „Strafwurf“ 45 Sekunden vor Spielende.

 

 

Wahrnehmung Regelanwendung Rechtsfolge Videobeweis  
falsch richtig

Tatsachenentscheidung

§ 55 (1) RO

unzulässig  
richtig falsch

Regelverstoß

§ 55 (2) RO

m.E. zulässig  

 

Rechtsgrundlagen:

 

Entscheidungen der Schiedsrichter, die auf Grund ihrer Tatsachenfeststellung oder Beurteilung getroffen werden, sind unanfechtbar, § 55 (1) Rechtsordnung (RO).

 

Regelverstöße oder unberechtigte Maßnahmen der Schiedsrichter, Zeitnehmer und Sekretäre können nur dann zur Anordnung einer Spielwiederholung führen, wenn die Spruchinstanz die Folgen für spielentscheidend hält, § 55 (2) RO.

 

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